mesa 18.1 in Bionic

Wer sich nicht unbedingt damit befaßt, weiß wohl kaum etwas mit der Mesa 3D Graphics Library anzufangen (allgemein bekannt ist oft nur die einfache Demo mit den drei drehenden Zahnrädern glxgears aus dem Paket mesa-utils). Aktuell ist 18.1.3 mit wichtigen Änderungen gegenüber 18.0.x, das, wie sollte es anders sein, im aktuellen Ubuntu 18.04 herumdümpelt, selbst noch in den Dailies für 18.04.1 (da ist sowieso in den zwei Monaten seit Release kaum etwas passiert, heutiges LBionic-Manifest, dabei kommt das Point Release bereits in einem Monat). Ubuntu eben…

Zumindest mesa 18.1.1 kann man über PPA in Bionic installieren:

1
2
sudo apt-add-repository ppa:ubuntu-x-swat/updates
sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade

Nach Distupgrade PolicyKit wieder aktivieren

Nach einem Lubuntu-Distupgrade kann es vorkommen, daß root-Rechte verlangende Programme mit grafischem Frontend wie gparted und synaptic nicht mehr starten, es passiert scheinbar nichts. Ruft man sie in einem Terminal bspw. mit

1
synaptic-pkexec

auf, wird

polkit-agent-helper-1: error response to PolicyKit daemon: GDBus.Error:org.freedesktop.PolicyKit1.Error.Failed: No session for cookie

angezeigt. Einfache Ursache ist, daß polkit nicht mehr gestartet wird. Über

1
lxsession-default-apps

setzt man über den Tab Autostart “PolicyKit Authentication Agent” aktiv und loggt sich neu ein.

Lubuntu 18.04 Bionic Beaver torrents

Torrents für das heutige Release Lubuntu Bionic Beaver:

Kerndaten:

  • Kernel: 4.15 (bereits EOS seitens der Kernel-Entwickler, dafür will ausgerechnet Canonical tatsächlich 5 Jahre Support (liegt in main) in dafür nötiger Eigenverantwortung bieten – aktuell ist 4.16(.4), in Entwicklung 4.17, derzeit rc2)
  • XServer: 1.19
  • Mesa: 18.0.0~rc5 (aktuell ist 18.0.0)
  • systemd: 237 (aktuell ist 238)

Artful erreicht 2018-07-19 EoS, bis dahin muß gedistupgradet worden sein. Das erste Bionic-Pointrelease ist für 2018-07-26 geplant. Ab dann können träge “LTS”-User von Xenial offiziell distupgraden.

2018-07-26: Live-Images auf Pointrelease 1 aktualisiert (seit 19:30 verfügbar, umbenannte gestrige Dailies). Alternate-Images bleiben bei 0.

2018-05-08: Das 2018-10-18 (siehe Paket distro-info-data) erscheinende 18.10 hat heute den Codename Cosmic Cuttlefish erhalten. Offensichtlich hat sich das Gerücht “Cosmic Canimal”, das selbst auf cdimage.ubuntu.com über Ubuntu und den diversen Derivaten steht – immer noch – nicht bewahrheitet (das wäre auch ziemlich albern gewesen, vermutlich werden aber eher lizenzrechtliche Gründe dagegen gestanden haben – und zu OSS paßt derartige Werbung für ein kommerzielles (Fremd-)Produkt auch nicht).

Liquorix-Kernel

Steven Barrett (erinnert mich irgendwie an TBBT, grin) bewirbt seinen Liquorix-Kernel als the better distro kernel, “gebaut mit der besten Konfiguration (…) für Desktop-Systeme, Multimedia und Gaming” (sinng.).

Ob nun “the best” in jedem Fall tatsächlich das Beste ist, sei dahingestellt (das klingt nach unsäglicher 1-Click-Wartung). Fakt ist, daß Steven Barrett seit vielen Jahren ein sehr hohes Maß an Kontinuität beweist (und das ist äußerst selten). So habe ich Liquorix-Kernel schon unter sidux/aptosid installiert gehabt (aus Interesse, nicht für konkretes). Seit der Einstellung der 32-bit-Unterstützung für siduction (man kann ein solches Image zwar noch installieren oder siduction 32 bit installiert haben, erhält aber keine towo-Kernel-Updates mehr) wird sogar quasioffiziell auf Liquorix-Kernel verwiesen.

Debian-Systeme also. Wenig bekannt ist, daß auch Liquorix-Kernel für Ubuntu (dessen Kernel sind anders paketiert) über ein launchpad.net-PPA bereitgestellt werden. Wer nicht ununterbrochen manuell aktuellere Kernel-Pakete aus den Ubuntu-Repositories klauben, deren automatische Installation einbinden oder aktuelle Mainline-Kernel ziehen will, kann Liquorix-Kernel als Alternative nutzen.

Zur Installation (ob nun unter Debian oder Ubuntu) muß sicherlich nicht viel gesagt werden.

Unter zwei nativen Installationen (i3 und C2D, Systeme, die ich alleinig in der Fa. nutze), zu dem Zeitpunkt noch LArtful/64, mittlerweile LBionic/64, tritt jeweils ein anderer Fehler beim Boot auf. Keiner im Sinne von Stichflamme, sondern von bestimmter Operation fehlgeschlagen (failed), sprich der Boot läuft trotzdem weiter und scheinbar ohne negative Auswirkungen.

Je nach Auftreten sind entsprechende Bootoptionen zu setzen:

  • “kfd: kgd2kfd_probe failed”
    modprobe.blacklist=amdkfd
  • “DMAR: Failed to map DMAR1”
    Hier könnte man zwar

    intremap=off

    setzen, eine bessere Bootoption ist jedoch

    intel_iommu=pt

    DMAR (DMA Read Request) wird damit im Kernel disabled, KVM unterstützt jedoch weiterhin IOMMU und Interrupt Remapping.

CLT 2018 Live Streams

Die 20. Chemnitzer Linux-Tage haben begonnen. Die CLT sind längst die größte deutsche Veranstaltung dieser Art und haben dennoch ihren im besten Sinn nichtkommerziellen Charme behalten.

Wer nicht vorbeisehen kann, die Livestreams sind geschaltet.

! Kontextmenu → “Save Link As…”:

Nachtrag: Die meisten Vorträge sind mittlerweile als .mp4 (H264, 1280×800 – beachtet den Traffic!) online gestellt worden.

Artful Dot One mit gefixtem Kernel

Wer derzeit Ubuntu 17.10 oder eines der Derivate neu installieren will oder muß, hat durch das UEFI korrumpierende Ubuntu-Kernel ein arges Problem, denn ein gefixter Kernel ist in diesen Images nicht enthalten, der zum Fixen auf einem Teil der Notebooks geeignete Mainline-Kernel ohnehin nicht, sondern eben gerade einer der korrumpierenden Kernel.

Es müssen folglich neue Images mit Kernel 4.13.0-21 gebaut werden. Es gibt sie “bereits” als Daily Images für bspw. Lubuntu, auf der QA-Site “Artful Dot One” genannt, also 17.10.1 (das erste Pointrelease für eine nicht-“LTS”-Version überhaupt). Wie im Manifest zu lesen, hat die Version vom 2018-01-06 Kernel 4.13.0.21.

Wenn ich jetzt Lubuntu neu installieren würde, würde ich dieses Image verwenden, auch, wenn das UEFI nicht anfällig wäre (das ist natürlich keine Garantie für irgendwas). Es sind insgesamt Updates eingeflossen (ich habe live in einer VM gebootet), z.B. Fx 57.0.4 (wichtig als ein Punkt gegen Meltdown), nicht “nur” der neuere Kernel.

Update 2018-01-12: Nun sind endlich die Images für 17.10.1, Ubuntu und offizielle Derivate, auf den Servern freigegeben worden (Torrents für Lubuntu).

Fix fuer corrupted UEFI

Auch, wenn zur corrupted-UEFI-Story weiterhin nichts offiziell hilfreiches von Canonical kommt, User im Alleingang versuchen müssen, ihre Hardware zu retten, gibt es nun zumindest für diverse Lenovo-, Acer- und Toshiba-Modelle eine Rückkehr zu einem funktionierenden UEFI. Voraussetzung ist, daß Ubuntu noch booten kann.

Es wird der Mainline-Kernel 4.14.9 installiert. Da sich der proprietäre Treiber nvidia bislang damit nicht verträgt (eine andere ewige Geschichte), muß er zuerst deinstalliert werden (sofern man eine entsprechende GPU und ihn installiert hat, versteht sich).

Nach Installation des Mainline-Kernels ist mit diesem zu rebooten. Dazu sollte kein Eingriff nötig sein, da er an erster Stelle steht. Anderenfalls wählt man ihn im Grub-Menu aus.

Nach diesem Boot rebootet man erneut, diesmal ins UEFI. Man lädt Optimized Defaults und geht die Settings durch, um ggf. gewünschtes/nötiges wie Fastboot disabled etc. zu setzen. Nun sollte das Speichern wieder möglich sein. Es gibt in den Comments des Bugreports bereits mehrere Bestätigungen.

Im nunmehrigen Ubuntu-Boot aktualisiert man Paketquellen, Paketquelleninhalte und installierte Pakete, erhält so auch Kernel 4.13.0-21.24, falls noch nicht installiert, der das UEFI nicht korrumpiert (aber offensichtlich nicht fixen kann wie besagter Mainline-Kernel). Nach einem weiteren Boot mit ausgewähltem 4.13.0-21.24 kann man den Mainline-Kernel wieder deinstallieren und ggf. nvidia-3xx und nvidia-settings wieder installieren.

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
sudo apt-get purge nvidia*
mkdir -p ~/Downloads/kernel/4.17.2/
cd ~/Downloads/kernel/4.17.2/
wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.17.2/linux-headers-4.17.2-041702_4.17.2-041702.201806160433_all.deb
wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.17.2/linux-headers-4.17.2-041702-generic_4.17.2-041702.201806160433_amd64.deb
wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.17.2/linux-image-unsigned-4.17.2-041702-generic_4.17.2-041702.201806160433_amd64.deb
wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.17.2/linux-modules-4.17.2-041702-generic_4.17.2-041702.201806160433_amd64.deb
#
# mkdir -p ~/Downloads/kernel/4.14.9/
# cd ~/Downloads/kernel/4.14.9/
# wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.9/linux-headers-4.14.9-041409_4.14.9-041409.201712251541_all.deb
# wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.9/linux-headers-4.14.9-041409-generic_4.14.9-041409.201712251541_amd64.deb
# wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.9/linux-image-4.14.9-041409-generic_4.14.9-041409.201712251541_amd64.deb
#
sudo dpkg -i *
sudo reboot

Update 2018-06-17: Aktualisiert auf 4.17.2.
Update 2018-04-20: Aktualisiert auf 4.15.17.
Update 2018-03-31: Aktualisiert auf 4.14.32.
Update 2018-02-03: Aktualisiert auf 4.14.16.
Update 2018-01-06: Aktualisiert auf 4.14.12.
Update 2018-01-03: Aktualisiert auf 4.14.11.
Update 2017-12-29: Aktualisiert auf eben erschienene Version 4.14.10. Die 4.14.9-Links lasse ich einstweilen stehen, bis erwiesen ist, daß auch der neue Kernel fixen kann.

Warnung: Ubuntu-Kernel zerstoert UEFI

Auf bugs.launchpad.net wird gemeldet, daß Ubuntu 17.10 Artful das UEFI bestimmter Lenovo-Modelle unwiederbringlich zerstört.

Auch, wenn da auf der Canonical-Download-Website nun endlich “The download of Ubuntu 17.10 is currently discouraged due to an issue on certain Lenovo laptops. Once fixed this download will be enabled again.” zu lesen ist, wirklich zurückgezogen hat Canonical bis jetzt nichts, auf releases.ubuntu.com – und das ist der Mainserver – liegen nach wie vor die Oktober-Releases. Mit dessen Derivaten auf cdimage.ubuntu.com sieht es nicht anders aus.

Und das ist der wirkliche Skandal. Der Bugreport ist vom 2017-11-23 (!). Canonicals Kernel schrottet UEFIs von bisher durch User gemeldet Lenovo, Acer, Toshiba, Dell – und Canonical hält es nicht für nötig, sofort die Downloads zu verhindern und eindeutige Warnungen an x Stellen zu bringen.

Und selbst, wenn da für Artful und bisher nur für Artful ein Fix released ist (und der klingt auch erstmal nur nach Workaround), obwohl es auch Xenial mit hwe-edge betreffen soll, bekommt man den nur über Update, hat da aber zwangsläufig schon die zerstörerischen Images geladen (Man könnte sich ein eigenes angepaßtes Image in einer VM erstellen, um davon zu booten/installieren, aber wieviel Ubuntu-User können/machen sowas? Wieviel wissen überhaupt vom Problem?). Ebenso sind die gefährlichen Kernels 4.13.0-17 und -19 noch ziehbar.

Das ist das Allerletzte, was Canonical da abliefert, und man hat dort zudem offenbar nichts aus 2012 gelernt (damals haben “wenigstens auch” andere geschlampt).

Update 2017-12-27: Fix fuer corrupted UEFI