Liquorix-Kernel

Steven Barrett (erinnert mich irgendwie an TBBT, grin) bewirbt seinen Liquorix-Kernel als the better distro kernel, “gebaut mit der besten Konfiguration (…) für Desktop-Systeme, Multimedia und Gaming” (sinng.).

Ob nun “the best” in jedem Fall tatsächlich das Beste ist, sei dahingestellt (das klingt nach unsäglicher 1-Click-Wartung). Fakt ist, daß Steven Barrett seit vielen Jahren ein sehr hohes Maß an Kontinuität beweist (und das ist äußerst selten). So habe ich Liquorix-Kernel schon unter sidux/aptosid installiert gehabt (aus Interesse, nicht für konkretes). Seit der Einstellung der 32-bit-Unterstützung für siduction (man kann ein solches Image zwar noch installieren oder siduction 32 bit installiert haben, erhält aber keine towo-Kernel-Updates mehr) wird sogar quasioffiziell auf Liquorix-Kernel verwiesen.

Debian-Systeme also. Wenig bekannt ist, daß auch Liquorix-Kernel für Ubuntu (dessen Kernel sind anders paketiert) über ein launchpad.net-PPA bereitgestellt werden. Wer nicht ununterbrochen manuell aktuellere Kernel-Pakete aus den Ubuntu-Repositories klauben, deren automatische Installation einbinden oder aktuelle Mainline-Kernel ziehen will, kann Liquorix-Kernel als Alternative nutzen.

Zur Installation (ob nun unter Debian oder Ubuntu) muß sicherlich nicht viel gesagt werden.

Unter zwei nativen Installationen (i3 und C2D, Systeme, die ich alleinig in der Fa. nutze), zu dem Zeitpunkt noch LArtful/64, mittlerweile LBionic/64, tritt jeweils ein anderer Fehler beim Boot auf. Keiner im Sinne von Stichflamme, sondern von bestimmter Operation fehlgeschlagen (failed), sprich der Boot läuft trotzdem weiter und scheinbar ohne negative Auswirkungen.

Je nach Auftreten sind entsprechende Bootoptionen zu setzen:

  • “kfd: kgd2kfd_probe failed”
    modprobe.blacklist=amdkfd
  • “DMAR: Failed to map DMAR1”
    Hier könnte man zwar

    intremap=off

    setzen, eine bessere Bootoption ist jedoch

    intel_iommu=pt

    DMAR (DMA Read Request) wird damit im Kernel disabled, KVM unterstützt jedoch weiterhin IOMMU und Interrupt Remapping.

CLT 2018 Live Streams

Die 20. Chemnitzer Linux-Tage haben begonnen. Die CLT sind längst die größte deutsche Veranstaltung dieser Art und haben dennoch ihren im besten Sinn nichtkommerziellen Charme behalten.

Wer nicht vorbeisehen kann, die Livestreams sind geschaltet.

! Kontextmenu → “Save Link As…”:

Nachtrag: Die meisten Vorträge sind mittlerweile als .mp4 (H264, 1280×800 – beachtet den Traffic!) online gestellt worden.

Artful Dot One mit gefixtem Kernel

Wer derzeit Ubuntu 17.10 oder eines der Derivate neu installieren will oder muß, hat durch das UEFI korrumpierende Ubuntu-Kernel ein arges Problem, denn ein gefixter Kernel ist in diesen Images nicht enthalten, der zum Fixen auf einem Teil der Notebooks geeignete Mainline-Kernel ohnehin nicht, sondern eben gerade einer der korrumpierenden Kernel.

Es müssen folglich neue Images mit Kernel 4.13.0-21 gebaut werden. Es gibt sie “bereits” als Daily Images für bspw. Lubuntu, auf der QA-Site “Artful Dot One” genannt, also 17.10.1 (das erste Pointrelease für eine nicht-“LTS”-Version überhaupt). Wie im Manifest zu lesen, hat die Version vom 2018-01-06 Kernel 4.13.0.21.

Wenn ich jetzt Lubuntu neu installieren würde, würde ich dieses Image verwenden, auch, wenn das UEFI nicht anfällig wäre (das ist natürlich keine Garantie für irgendwas). Es sind insgesamt Updates eingeflossen (ich habe live in einer VM gebootet), z.B. Fx 57.0.4 (wichtig als ein Punkt gegen Meltdown), nicht “nur” der neuere Kernel.

Update 2018-01-12: Nun sind endlich die Images für 17.10.1, Ubuntu und offizielle Derivate, auf den Servern freigegeben worden (Torrents für Lubuntu).

Fix fuer corrupted UEFI

Auch, wenn zur corrupted-UEFI-Story weiterhin nichts offiziell hilfreiches von Canonical kommt, User im Alleingang versuchen müssen, ihre Hardware zu retten, gibt es nun zumindest für diverse Lenovo-, Acer- und Toshiba-Modelle eine Rückkehr zu einem funktionierenden UEFI. Voraussetzung ist, daß Ubuntu noch booten kann.

Es wird der Mainline-Kernel 4.14.9 installiert. Da sich der proprietäre Treiber nvidia bislang damit nicht verträgt (eine andere ewige Geschichte), muß er zuerst deinstalliert werden (sofern man eine entsprechende GPU und ihn installiert hat, versteht sich).

Nach Installation des Mainline-Kernels ist mit diesem zu rebooten. Dazu sollte kein Eingriff nötig sein, da er an erster Stelle steht. Anderenfalls wählt man ihn im Grub-Menu aus.

Nach diesem Boot rebootet man erneut, diesmal ins UEFI. Man lädt Optimized Defaults und geht die Settings durch, um ggf. gewünschtes/nötiges wie Fastboot disabled etc. zu setzen. Nun sollte das Speichern wieder möglich sein. Es gibt in den Comments des Bugreports bereits mehrere Bestätigungen.

Im nunmehrigen Ubuntu-Boot aktualisiert man Paketquellen, Paketquelleninhalte und installierte Pakete, erhält so auch Kernel 4.13.0-21.24, falls noch nicht installiert, der das UEFI nicht korrumpiert (aber offensichtlich nicht fixen kann wie besagter Mainline-Kernel). Nach einem weiteren Boot mit ausgewähltem 4.13.0-21.24 kann man den Mainline-Kernel wieder deinstallieren und ggf. nvidia-3xx und nvidia-settings wieder installieren.

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sudo apt-get purge nvidia*
mkdir -p ~/Downloads/kernel/4.14.32/
cd ~/Downloads/kernel/4.14.32/
wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.32/linux-headers-4.14.32-041432_4.14.32-041432.201803311811_all.deb
wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.32/linux-headers-4.14.32-041432-generic_4.14.32-041432.201803311811_amd64.deb
wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.32/linux-image-4.14.32-041432-generic_4.14.32-041432.201803311811_amd64.deb
#
# wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.9/linux-headers-4.14.9-041409_4.14.9-041409.201712251541_all.deb
# wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.9/linux-headers-4.14.9-041409-generic_4.14.9-041409.201712251541_amd64.deb
# wget http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.14.9/linux-image-4.14.9-041409-generic_4.14.9-041409.201712251541_amd64.deb
#
sudo dpkg -i *
sudo reboot

Update 2017-12-29: Aktualisiert auf eben erschienene Version 4.14.10. Die 4.14.9-Links lasse ich einstweilen stehen, bis erwiesen ist, daß auch der neue Kernel fixen kann.
Update 2018-01-03: Aktualisiert auf 4.14.11.
Update 2018-01-06: Aktualisiert auf 4.14.12.
Update 2018-02-03: Aktualisiert auf 4.14.16.
Update 2018-03-31: Aktualisiert auf 4.14.32.

Warnung: Ubuntu-Kernel zerstoert UEFI

Auf bugs.launchpad.net wird gemeldet, daß Ubuntu 17.10 Artful das UEFI bestimmter Lenovo-Modelle unwiederbringlich zerstört.

Auch, wenn da auf der Canonical-Download-Website nun endlich “The download of Ubuntu 17.10 is currently discouraged due to an issue on certain Lenovo laptops. Once fixed this download will be enabled again.” zu lesen ist, wirklich zurückgezogen hat Canonical bis jetzt nichts, auf releases.ubuntu.com – und das ist der Mainserver – liegen nach wie vor die Oktober-Releases. Mit dessen Derivaten auf cdimage.ubuntu.com sieht es nicht anders aus.

Und das ist der wirkliche Skandal. Der Bugreport ist vom 2017-11-23 (!). Canonicals Kernel schrottet UEFIs von bisher durch User gemeldet Lenovo, Acer, Toshiba, Dell – und Canonical hält es nicht für nötig, sofort die Downloads zu verhindern und eindeutige Warnungen an x Stellen zu bringen.

Und selbst, wenn da für Artful und bisher nur für Artful ein Fix released ist (und der klingt auch erstmal nur nach Workaround), obwohl es auch Xenial mit hwe-edge betreffen soll, bekommt man den nur über Update, hat da aber zwangsläufig schon die zerstörerischen Images geladen (Man könnte sich ein eigenes angepaßtes Image in einer VM erstellen, um davon zu booten/installieren, aber wieviel Ubuntu-User können/machen sowas? Wieviel wissen überhaupt vom Problem?). Ebenso sind die gefährlichen Kernels 4.13.0-17 und -19 noch ziehbar.

Das ist das Allerletzte, was Canonical da abliefert, und man hat dort zudem offenbar nichts aus 2012 gelernt (damals haben “wenigstens auch” andere geschlampt).

Update 2017-12-27: Fix fuer corrupted UEFI

Lubuntu 17.10: 80 % Blackscreen mit Intel-IGP

Auf Rechnern mit altägyptischen Intel-IGPs wie GMA 945/950 in Netbooks mit Atom 270/280 gibt es unter Lubuntu Artful, logischerweise 32 bit, seit geraumer Zeit das Problem, daß nur ein vertikaler Streifen am rechten Rand Bild zeigt, 80 % dagegen sind schlicht schwarz. Da man zur Ursachenfindung offenbar noch Zeit braucht, hier der als funktionierend allgemein bestätigte Workaround. Um ihn durchführen zu können, kann man beispielsweise das System kurz in Standby schicken und wiederholen (an sich schon ein halber, jedoch unschöner Workaround).

  1. Starte den Editor mit root-Rechten:
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    sudo -H leafpad /etc/default/grub
  2. Füge folgende Zeile hinzu bzw. ersetze die möglicherweise vorhandene:
    GRUB_GFXPAYLOAD_LINUX=text
  3. Aktualisiere grub:
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    sudo update-grub
  4. Reboote:
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    sudo reboot

Mit der Option text wird auf Werte aus einer Blacklist für problematische GPUs zugegriffen.

AC/DC: Malcolm Young (64) gestorben

Malcom Young, Rhythmusgitarrist, Songwriter und treibende Kraft der australischen Hard-Rock-Gruppe AC/DC, ist heute, 2017-11-18, nach langer Krankheit gestorben. Malcom, mit seinem Bruder Angus Young 1973 Gründer von AC/DC – mit dem Konzert am Silvesterabend gilt dieser als Gründungstag – hat seit Jahren wegen Demenz nach einem Schlaganfall nicht mehr auftreten können, seinen spielenden Part hat seitdem Stevie Young, ein Neffe Malcoms und Angus’ übernommen.

Read more “AC/DC: Malcolm Young (64) gestorben”

Lubuntu 17.10 Artful Aardvark torrents

Torrents für das Release Lubuntu Artful Aardvark:

Mit Artful gibt es wesentliche Änderungen:

Ubuntu selbst bietet keine x86_32-Images mehr an. Der Schritt ist lange vorhersehbar gewesen und dann wie schon oft über Nacht gekommen. Da Pakete noch in die Repositories eingepflegt werden, kann über netboot Ubuntu in x86 32 bit jedoch weiter installiert und aktualisiert werden. Die Sinnhaftigkeit schwindet freilich. Systeme mit x86-CPUs ohne 64-bit-Erweiterung sind für die verwendete “3D”-Oberfläche zu schwach.

Anders als bei mittlerweile mehreren anderen Linux-Distributionen, die einen harten Schnitt gemacht haben, ist dies ein Abgesang auf Raten.

Von Derivaten wie dem ressourcenschonenden Lubuntu sind weiterhin 32-bit-Images ziehbar (was natürlich nicht ohne 32-bit-Pakete in den Ubuntu-Repos möglich wäre).

Ubuntu wechselt mit Artful auf Gnome Shell als Standard-Desktop-Umgebung. Es gibt einige Anpassungen, die an Unity 7 erinnern sollen, die man wahlweise jedoch deaktivieren kann. Unity 7 ist nach universe verschoben worden. Damit ist es zwar noch nachinstallierbar, muß aber von der Community gepflegt werden. Passiert das nicht auf ausreichendem Level, wäre ein Entfernen für ab 18.04 nicht unwahrscheinlich. Von einem Weiterführen durch Unity-7- oder gar 8-Forks nach großspurigen Ansagen einiger aus der Community ist bislang nichts zu sehen.

Mit Lubuntu Next ist erstmals ein seit Jahren erwartetes, als experimentell gekennzeichnetes Derivat mit der Desktop-Umgebung LXQt, das LXDE als Desktop-Umgebung in Lubuntu ablösen soll, erhältlich – und zwar noch nicht als Final sondern nur als Daily Builds. Das ist insofern nicht so falsch, denn bislang passiert hier außer dem erfolgten halbherzigen Zusammenmixen quasi nichts (noch nicht mal Plymouth ist angepaßt, sondern zeigt sogar “Ubuntu” statt “Lubuntu”). Andere Linux-Distributionen, die LXQt anbieten, ob als Image oder nachinstallierbar, sind meilenweit voraus. Nichtsdestotrotz kann man LXQt durchaus nutzen, man muß ja nicht das so unfertig Vorgesetzte nehmen. Eine Installation von Lubuntu (also mit LXDE), um einen sinnvollen Grundstock zu haben, und Nachinstallieren von lxqt und Paketen nach persönlichen Präferenzen dürfte sinnvoller sein.

Update 2018-01-12: Nun sind endlich die Images für 17.10.1 auf den Servern freigegeben worden. Obige Links sind aktualisiert. 17.10-Images mit UEFI kompromittierendem Kernel sollten keinesfalls mehr verwendet werden.

LibreOffice (TDF) – Icons in Desktop-Menus

Nach der Installation des originalen LibreOffice (The Document Foundation) können je nach Desktop Environment, beispielsweise Enlightenment, neben den Aufrufen der einzelnen LibO-Module in Desktop-Menus deren Icons fehlen, da der Icon-Pfad ein anderer ist.

In einem Terminal über copy & paste befehlszeilenweise ausführen:

  1. Kopiere die .desktop-Files:
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    cp /opt/libreoffice5.4/share/xdg/* ~/.local/share/applications/
  2. Ersetze in jedem entsprechenden File den Icon-Pfad:
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    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-base"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-base.png"g' ~/.local/share/applications/base.desktop
    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-calc"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-calc.png"g' ~/.local/share/applications/calc.desktop
    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-draw"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-draw.png"g' ~/.local/share/applications/draw.desktop
    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-impress"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-impress.png"g' ~/.local/share/applications/impress.desktop
    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-math"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-math.png"g' ~/.local/share/applications/math.desktop
    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-startcenter"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-startcenter.png"g' ~/.local/share/applications/startcenter.desktop
    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-writer"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-writer.png"g' ~/.local/share/applications/writer.desktop
    sudo sed -i 's/"Icon=libreoffice5.4-writer"/"Icon=/usr/share/icons/hicolor/128x128/apps/libreoffice5.4-writer.png"g' ~/.local/share/applications/writer.desktop
  3. Ggf. ist ein Relogin oder ein Neustart des DEs erforderlich.

Dies bleibt auch für jede weitere 5.4er Version, davon ausgehend, daß dort der Pfad nicht geändert wird, bestehen. D.h., es muß nicht wiederholt werden.