Warnung: Ubuntu-Kernel zerstoert UEFI

Auf bugs.launchpad.net wird gemeldet, daß Ubuntu 17.10 Artful das UEFI bestimmter Lenovo-Modelle unwiederbringlich zerstört.

Auch, wenn da auf der Canonical-Download-Website nun endlich “The download of Ubuntu 17.10 is currently discouraged due to an issue on certain Lenovo laptops. Once fixed this download will be enabled again.” zu lesen ist, wirklich zurückgezogen hat Canonical bis jetzt nichts, auf releases.ubuntu.com – und das ist der Mainserver – liegen nach wie vor die Oktober-Releases. Mit dessen Derivaten auf cdimage.ubuntu.com sieht es nicht anders aus.

Und das ist der wirkliche Skandal. Der Bugreport ist vom 2017-11-23 (!). Canonicals Kernel schrottet UEFIs von bisher durch User gemeldet Lenovo, Acer, Toshiba, Dell – und Canonical hält es nicht für nötig, sofort die Downloads zu verhindern und eindeutige Warnungen an x Stellen zu bringen.

Und selbst, wenn da für Artful und bisher nur für Artful ein Fix released ist (und der klingt auch erstmal nur nach Workaround), obwohl es auch Xenial mit hwe-edge betreffen soll, bekommt man den nur über Update, hat da aber zwangsläufig schon die zerstörerischen Images geladen (Man könnte sich ein eigenes angepaßtes Image in einer VM erstellen, um davon zu booten/installieren, aber wieviel Ubuntu-User können/machen sowas? Wieviel wissen überhaupt vom Problem?). Ebenso sind die gefährlichen Kernels 4.13.0-17 und -19 noch ziehbar.

Das ist das Allerletzte, was Canonical da abliefert, und man hat dort zudem offenbar nichts aus 2012 gelernt (damals haben “wenigstens auch” andere geschlampt).

Update 2017-12-27: Fix fuer corrupted UEFI

6 thoughts on “Warnung: Ubuntu-Kernel zerstoert UEFI

  1. Mir hat es zwei ASUS X556UQ zerschossen. Dieses Modell hat wohl auch generelle Probleme mit Linux. Bei einem Modell mit einer älteren UEFI-Version (Version 302) zerschiessen 17.10 und 16.04 die Partitionen der Festplatten (incl. der Win Partition), egal ob im CSM-Modus, oder im UEFI-Modus installiert wird. Beim zweiten Modell, mit der zum damaligen Zeitpunkt aktuellen UEFI-Version (Version 310), hat es das UEFI/BIOS komlett zerlegt. Einstellungen werden nicht mehr gespeichert, der Mauszeiger im UEFI ruckelt nur noch…Der Rechner mit der älteren UEFI-Version lief wieder, nachdem ich die BIOS-Batterie ausbaute und nach 24 Std wieder einsetzte, alledings nur mit Win. Nach der Installation von 16.04 aber ging der Trubel von vorne los. Wenigstens hat dieser eine Laptop diese Prozedur ausgehalten…

  2. Alles nicht so schön, was sich in letzter Zeit so bei Canonical/Ubuntu abspielt. Erst die Geschichte mit den Blackscreens bei einigen Intel IGPs, nun auch noch der UEFI-Supergau. Passt das nicht alles irgendwie ins Bild? Quasi über Nacht stellte Canonical die Arbeit an mehreren großen Projekten ein, Unity 7/8, Mir, Ubuntu-Touch. Hoffentlich erleben wir nicht gerade den Anfang vom Ende.

  3. Die Einstellung genannter Projekte hat nichts mit schlampiger QA wie bei der corrupted-UEFI-Story oder der GMA-Geschichte zu tun.

    1. Wie es aussah, hatte Shuttleworth die Reißleine gezogen. Was wurde aus all den Entwicklern, die an den eingestellten Projekten arbeiteten? Vielleicht hat seine Firma nun ein Manpowerproblem unter der auch die Qualitätssicherung leidet? Ich will nicht unken, aber die zeitliche Nähe ist schon besorgniserregend.

  4. Pingback: axebase.net
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