Sep
28
Precise ohne PAE
filed under computer, howto, kernel, linux, ubuntu_and_derivates
Folgenden Post habe ich bereits in der ersten Maerzhaelfte begonnen, aber nicht veroeffentlicht gehabt. Da das Problem durch das kommende Quantal verschaerft wird, stelle ich ihn nun aktualisiert online.
Seit Ubuntu 12.04 haben die 32-bit-Images einen PAE-Kernel. Wohl wissend, dass dieser Kernel auch auf CPUs ohne PAE-Implementierung (Pentium M Banias und die ersten Dothan) nachgewiesenermassen lauffaehig ist (natuerlich ohne die PAE-Funktionen), werden mit den Ubuntu- und Kubuntu-Images Booten und damit auch Neuinstallation auf non-PAE-CPUs willentlich verhindert - und das, obwohl heutige Atom-CPUs in ihren Single-Cores nicht schneller sind als Banias und bestenfalls durch Dualcore punkten koennen, so sie haben.
Man kann diese kuenstliche Beschraenkung umgehen, Ubuntu 12.04.1 LTS auf non-PAE-Systemen wie folgt installieren:
- Distupgrade von Ubuntu 11.10 auf 12.04.1 LTS
- Distupgrade von Ubuntu 10.04.4 LTS auf 12.04.1 LTS
- Installation von Lubuntu 12.04 oder Xubuntu 12.04 und Nachinstallation des Metapackets ubuntu-desktop
- Installation ueber Netz mit mini.iso
- Ubuntu-12.04.1-Installations-Image auf einem USB-Flashstick einrichten mit grub-mkconfig
Distupgrades koennen teils sehr lange dauern und fehleranfaellig sein (Stichwort eigene Veraenderungen). Die direkte Stufe Oneiric zu Precise mag i.d.R. gut zu nehmen sein, aber von LTS zu LTS ist das keine Stufe, sondern eine Treppe. Wie im uu-de-Forum vielfach zu lesen, waere eine Neuinstallation unter Erhalt von /home im Nachhinein stets sauberer gewesen.
Da die Mannen um Lubuntu und Xubuntu nicht so borniert sind, kommen ihre 32-bit-Images mit einem non-PAE-Kernel, sind also ohne Umwege boot- und installierbar. Nachteilig kann hier sein, dass man sich erstmal Pakete, die man vielleicht gar nicht nutzen will (Abiword, Gnumeric…) mit draufschaufelt. Selbstverstaendlich lassen sie sich in einem Betriebssystem, das diese Bezeichnung verdient, auch schnell, einfach und sauber wieder entfernen.
Die Frage ist, ob man, wenn man schon eine Distribution mit ressourcenschonender grafischer Oberflaeche LXDE bzw. Xfce installiert hat, das System mit grafischen Gimmicks lahmlegen will…wer das dennoch moechte, kann sich Unity und Compiz oder das Metapacket ubuntu-desktop nachinstallieren.
Eine Installation ueber Netz ist eine schoene Sache, bei der man im Vorfeld weitgehend festlegen kann, was auf Platte gezaubert wird. D.h. freilich auch, man moechte das Eine oder Andere (was man vielleicht vergessen hat) manuell nachinstallieren koennen, also auch in der Shell zuhause sein. Fuer Precise wird dazu noch ein non-PAE-mini.iso angeboten.
Dass Precise mit PAE-Kernel auf non-PAE-CPUs laeuft, kann man recht schnell feststellen, indem man eine weitere Moeglichkeit nutzt:
USB-Flashstick mit grub-mkconfig einrichten
- Einen USB-Flashstick (1 GiB oder groesser) mit FAT32 formatieren. Es wird angenommen, der USB-Flashstick ist unter “/media/usbstick/” eingebunden und als “/dev/sdc/” gemountet.
- Bootloader Grub auf den Stick schreiben:
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sudo grub-install --no-floppy --root-directory=/media/usbstick /dev/sdc
- Generieren der Grub-Konfigurationsdatei:
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sudo grub-mkconfig > /media/usbstick/boot/grub/grub.cfg
- Im File ” /media/usbstick/boot/grub/grub.cfg” die “menuentry{ … }”-Abschnitte ersetzen durch:
- ubuntu-12.04.1-desktop-i386.iso (695 MiB) auf den USB-Flashstick kopieren.
- USB-Flashstick sicher entfernen.
- Das entsprechende System von diesem Flashstick booten und ueber “Ubuntu 12.04.1 for non-PAE Systems” normal installieren. Dieser Stick kann unveraendert auch fuer PAE-Systeme verwendet werden.
menuentry "Ubuntu 12.04.1 for non-PAE Systems" { iso_path=/ubuntu-12.04.1-desktop-i386.iso export iso_path search --set --file $iso_path loopback loop $iso_path root=(loop) configfile /boot/grub/loopback.cfg loopback --delete loop } |
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16 responses to “Precise ohne PAE”
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Ich falle dann mal einfach auf die Knie und rufe: Danke! Danke! Danke!
Liebe Grüße
mkrueger
installieren von lubuntu 12.10 auf non-PAE:
wenn ich obige Prozedur für 12.10 auf non-PAE CPU (dell D505) mache, welcher Kernel wird dann installiert?
3.2.0-33? Wohl kein 3.5 Kernel?
volker
Quantal-Kernel 3.5.0 (basiert auf Vanilla-Kernel 3.5.4), also ganz normal.
installieren von lubuntu 12.10 auf non-PAE:
funktioniert (nur live ausprobiert/ nicht auf HD installiert)! Läuft pfeilschnell, verglichen mit meiner 12.04 ubuntu 2D – Installation.
Im File ” /media/usbstick/boot/grub/grub.cfg” die “menuentry{ … }”-Abschnitte NICHT ersetzt, sondern lubuntu 12.10 – Eintrag einfach hinzugefügt.
Will jetzt .iso für VM unter Virtualbox erstellen. Sollte mit remastersys eigentlich gehen. Oder einfacher?
Dankbar für jede Anregung,
volker
Alles schön und gut; funktioniert auch prima.
Allerdings bleibt nach wie vor die Update-Problematik.
Ich habe derzeit ein Pinning für den Kernel erstellt. Falls jemand eine bessere Idee hat: nur her damit!
Welche Update-Problematik? Redest Du von Precise, auf das sich der Blogpost bezieht, oder von Quantal, auf das sich Dein Vorredner bezieht?
Es muß kein Kernel gepinnt werden
. Wederbei Precise, noch bei Quantal. Jedoch kann man bei einer non-PAE-Installation nicht sauber von Precise auf Quantal distupgraden. Eine Neuinstallation (unter Erhalt von /home) von Quantal wie im Artikel beschrieben ist allerdings problemlos möglich – mit aktuellem Ubuntu-non-PAE-Kernel 3.5.0.@axt @andi
habe den Distupgrade lubuntu 12.04 -> 12.10 mit dem 3.2.0-32 non-PAE Kernel mit apt pinning (kernel) gemacht (als VM unter Virtualbox auf Linux host). 12.10 läuft anschließend nicht ganz sauber (Probleme mit Maus).
Anschließend habe ich den 3.5 non-PAE Kernel, den ich auf “askubuntu” gefunden habe, in 12.10 (apt pinning vorher rausgenommen) installiert. Dann sieht’s besser aus.
Vielleicht eine akzeptable Lösung, wenn man keine Neuinstallation machen will.
Ich meine die Installation eines neuen Kernel unter Quantal.
Auf der Installations-CD ist Version 3.5.0-17. Beim Upgrade-Versuch auf 3.5.0-18 findet wieder eine PAE-Prüfung statt.
Die einzige mir bekannte Lösung ist, die PAE-Prüfung auszukommentieren und den Kernel selbst zu kompilieren. Mittlerweile gibt es hier bereits komplierte Versionen: https://code.launchpad.net/~webtom/+junk/linux-image-i386-non-pae
@andi
genau den 3.5 Kernel aus obigem Link habe ich in den Upgrade 12.04 -> 12.10 installiert (s.o.).
@axt
Mich interessiert jetzt eigentlich vor allem, wie es bei 13.04 weitergeht. Die grub-mk-config Lösung müsste wohl weiterfunktionieren?
Wie kann ich denn die .deb-files aus https://code.launchpad.net/~webtom/+junk/linux-image-i386-non-pae
als Repository anlegen?
@stefan
alles zur Installation steht doch im README, insbes. 1,6 und 2.1 ff?
Sowohl Quantal-Kernel 3.5.0-18 als auch Raring-Kernel 3.7.0-0 laufen prima unter Lubuntu 12.10 auf non-pae-CPU – ohne Neukompilieren (was auf solchen Systemen ohnehin keinen Spass machen wuerde) und ohne PPA. ;)
Das mit dem Auskommentieren der PAE-Abfrage ist schon der richtige Weg, nur geht der Rest auch einfacher.
Dazu aber in einem extra Artikel. :-D
@axt
das ist good news! Dann sieht es ja so aus, als würde auch 13.04 (3.7 oder 3.8?) auf non-PAE laufen.
@volker: Das ist schon richtig. Aber ein Rep ist schon komfortabler als eine manuelle Installation…
@axt: ich möchte gerne sehen, wie Du von .17 auf .18 mit dem normalen Ubuntu-Repository updatest…
Natürlich läuft der Kernel, aber bei einem Kernel-Update via apt-get upgrade wird immer die PAE-Prüfung durchgeführt.
Wenn Du behauptest, das geht trotzdem, dann beweise es bitte.
“wie Du von .17 auf .18 mit dem normalen Ubuntu-Repository updatest…”
Habe ich nicht geschrieben, jedenfalls nicht mittels apt-get. Warte einfach auf den Blogpost! Das ist auch insofern sinnvoller, als es hier nicht um Quantal geht.
Quantal ohne PAE…
Seit Ubuntu Precise wird die Installation der 32-bit-Images auf Systemen mit CPUs ohne PAE-Implementierung (Pentium M Banias und die ersten Dothan) verhindert oder zumindest kuenstlich erschwert. Mit dem im Oktober erschienenen Quantal wird auch kein n…