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Wie engadget.com zu berichten weiss, winkt Cupertino huldvoll in Richtung begierig infosaugender Schreiberlinge zum Presse-Event am 2010-10-20. Irgendwie hat man’s mit bedeutungsschwangeren Zahlenkombinationen nicht nur bei Canonical – (20)10-10-10 (binaer) = 42 – und Google – (2010-)11-11 (man munkelt ueber das Release von Chrome OS an diesem Tag) – und (20)10+10+13 = 33 geretteten Bergleuten.

Auf dem Einladungskaertchen der obligatorische angebissene Apfel, diesmal angekippt…und die naechste Grosskatzenbetriebssysteminkarnation lugt holzhammermaessig hervor. Eigentlich kann man sich die Ankuendigungsveranstaltung damit auch sparen.

In Kalifornien hat man lange gewartet, bis man den Koenig auf den Thron gelassen hat. Damit naehrt man allerdings hoehere Erwartungen als sonst. Fuer meinen Geschmack ist “Lion” viel zu abgedroschen, so benennt man vielleicht einen Schokoriegel, aber kein OS. Man muss keine majestaetische Power suggerieren, der man dann moeglicherweise hinterherhechelt. Sowas funktioniert humorig-souveraen auch anders, nicht nur bei Ubuntu mit Maverick Meerkat.

Aber vielleicht sitzt Steve J. wider erwarten doch der Schalk im Nacken. OSX 10.0, die erste Version auf unixoider Basis nach OS9, geschmueckt mit dem Beinamen Cheetah (Gepard), als schnellstes Landtier geltend, ist ausgerechnet die langsamste OSX-Version gewesen. Wenn man das nun auf den Loewen uebertragen wollte…

Im Laufe des Tages gibt Canonical Ubuntu 10.10 frei. Im Gegensatz zu Lucid Lynx LTS soll Maverick Meerkat (Meerkat ist afrikaans und bedeutet Erdmaennchen, nicht etwa Meerkatze) eher Spielwiese fuer Neuerungen sein – aus meiner Sicht freilich nicht nachvollziehbar (ich habe auf 10.10 wie seit Jahren gewohnt mit dem Release Candidate distupgegradet, problemlos uebrigens – zugegebenermassen habe ich so den neuen Installer nicht zu Gesicht bekommen koennen, aber ich nutze eh nur nichtgrafische Alternate install CDs zur Installation). Quasi halbjaehrlich kuendigt Mark Shuttleworth superduper Funktionen oder Designaenderungen fuer das naechste Release an…die sich in den 6 Monaten minimieren oder verfluechtigen. Nunja, diesmal ist der schon seit Lucid bekannte Corporate Font tatsaechlich verfuegbar.

Nichtsdestotrotz ist ein Distupgrade wie stets zu empfehlen, werden doch unzaehlige Pakete aktualisiert oder ersetzt, die in Summe viel wiegen koennen. So ist vdpau (die GPU uebernimmt weitgehend die Rechenarbeit bei Videos und entlastet damit stark die CPU) nun wirklich richtig nutzbar.

Dass die Hauptarbeit bei “externen Entwicklern” liegt (Debian, Gnome, Mozilla etc.), wenn man das mal so ausdruecken will, ist bekannt. Canonical gebuehrt jedoch der Dank, GNU/Linux einem breiten Publikum einfach zur Verfuegung zu stellen und ueberhaupt erstmal bekannt gemacht zu haben.

…und letztendlich ist 10.10 am (20)10-10-10 eine nette Zahlenspielerei. Auf sowas stehe ich. ;-)

Politiker-Stop